andersARTÂź -Galerie

Zugegeben: Jedes Malmedium hat seinen eigenen Reiz und fordert je nach „Schwere und Konsistenz“ das jeweilige Befinden heraus, sich zu zeigen – oder andersherum 😉

Technisch gesehen habe ich mich schon sehr frĂŒh durch die verschiedenen Malstile gearbeitet und mich wĂ€hrend meiner Studienzeit am Institut fĂŒr Bildende Kunst und Kunsttherapie in Bochum in Acryl-, Öl-, Aquarell- und Pastellmalerei erprobt.

Doch mich nur auf eines zu beschrĂ€nken schien mir schon sehr frĂŒh nahezu unmöglich – und so sollte es auch bisher bleiben. Mein Medium ist: mixed-media. Ich liebe es nach wie vor, mich in den verschiedenen Welten auszuprobieren und halte es fĂŒr unerlĂ€sslich, auf dem steten Weg, sich selbst immer wieder neu zu begegnen.

Die Urmutter der Schatten, die Seherin des Lichts - Big Mama

Im Herzen der Weltenachsen, dort wo die Wurzeln des Weltenbaumes Yggdrasil bis in die Tiefen von Urd’s Brunnen reichen, erhebt sich eine Gestalt, die gleichermaßen sanft wie unerschĂŒtterlich ist. Sie ist tragende Erde, wĂ€rmendes Feuer und schĂŒtzende Dunkelheit zugleich.

Big Mama – eine Ur-Kraft jenseits der Zeit. Ihr Leib aus tiefster Erde geformt, dunkel wie fruchtbarer Boden, der Leben gebiert und Totes aufnimmt.

Sie ist die Völva, die Seherin der Schatten und des Unausgesprochenen, die WĂ€chterin des verletzten Kindes in jedem von uns. Ihre Augen sind SternennĂ€chte, in denen sich die Geheimnisse der Ahnen spiegeln, ihre HĂ€nde groß und krĂ€ftig, geschaffen, um zu halten – nicht festzuhalten, sondern frei, schĂŒtzend und liebend.

Selten durchbricht das Tönen ihrer inneren Stimme ihr Schweigen, gleich uralter TrommelschlĂ€ge aus den Tiefen der Weisheit. Sie kennt die Wege durch alle Dunkelheiten, stand selbst im Feuer und hat sich mit den Geistern der Vergangenheit bereits versöhnt – sie weiß: Keine Angst, kein Schmerz ist so groß, dass er nicht von den Armen der Großen Mutter gehalten werden kann.

Doch sie ist nicht nur Schutz – sondern auch Herausforderung. Wer in ihre NĂ€he tritt, spĂŒrt die PrĂ€senz wie einen wĂ€rmenden, aber fordernden Blick. Sie duldet weder LĂŒgen, noch Masken und kein Verstecken. Sie ruht in sich, doch wer den Schritt zu ihr wagt, braucht die Bereitschaft, sich selbst wahrhaftig zu begegnen. Sie ist die Schwelle zwischen dem, was war, und allem, was werden kann.

So steht sie, als WÀchterin des inneren Kindes, als Verkörperung der uralten weiblichen Kraft, in tiefer Verbindung mit den Nornen, die den Lebensfaden spinnen. Sie ist nicht laut, doch durchdringt alles. Wer sie einmal sah, vergisst sie niemals mehr.

Monsieur Manipulateur – WĂ€chter der Zweifel und Meister der FĂ€den

Dort wo dunkle Schatten sich kritisierend auf Gedanken legen und Zweifel spinnwebengleich ihr klebriges Netz weben, sitzt er – hager, wachsam, mit seinem kritisch-grinsend wissendem Blick.

Mit spitzen Knien, die aus der Zeit zu ragen scheinen und einem Kinn wie ein Dolch, der schneidend zwischen den Worten tanzt, beobachtet er durchdringend all die vermeintlichen Missetaten – stets bereit, seinen Zylinder, verbeugend oder verhöhnend, mit einer ironischen Geste vor mir zu ziehen.

In seiner alten, abgewetzten Tasche klappern Erinnerungen, flĂŒstern verstaubte SĂ€tze aus lĂ€ngst vergangenen Tagen und jeder SchlĂŒssel darin vermag es, eine TĂŒr in die Tiefen des Selbstzweifels zu öffnen. Er allein entscheidet, welcher passend und leise ins Schloss der eröffneten Selbstsabotage gleiten darf. Seine Taschenuhr tickt nicht, um die Zeit zu messen – sondern um die Kontrolle ĂŒber sie mit jedem Ton zu behalten.

Monsieur Manipulateur, mein innerer Kritiker, ist kein offener Feind. Nein, er ist viel sĂŒffisant-raffinierter. Sein Gift ist sĂŒĂŸ, seine Worte schmeichelnd, seine Versprechungen ein klebriges Netz aus „Du solltest“, „Du musst …“ und „Was ist wenn
“. Er ist der Puppenspieler par excellence aus dem Hirn eines MĂ€rchenerzĂ€hlers, der zielgerichtet an fadengleichen GedankenstrĂ€ngen zieht – ein geschickter Dieb der Selbstsicherheit.

Und doch ist er nur ein Trickser. Ein Trickser, dessen Stimme an SchĂ€rfe verliert, wenn ich die FĂŒhrung wieder ĂŒbernehme. Seine Allmacht liegt einzig im Glauben an ihn, den ich selbst bekrĂ€ftigen oder mildern kann. Gelingt es mir, meine SchlĂŒsselgewalt zurĂŒckzugewinnen bleibt ihm oft nur noch die Akzeptanz, erneut zum Schatten im eigenen Labyrinth geworden zu sein.

Ándviðr – Die Angst, die den Sturm entfacht

Sie rennt – rennt um ihr Leben, das doch keines mehr ist. Unaufhaltsam, rastlos, gejagt und jagend zugleich. Ihr Name ist ÁndviĂ°r, „die gegen den Wind KĂ€mpfende“. Sie ist Entfachende und dagegen-KĂ€mpfende zugleich. Ihr Leib, halb verdorrt, halb pulsierend, Baum und Knochen in einem, Wurzel und Wunde.

Sie wĂ€chst und stirbt in einem Atemzug. Ihre Finger, knochige Äste, zerschneiden die Welt, reißen Schneisen in die Erde, entwurzeln Blumen, Leben und Hoffnung.

Ihre Fesseln halten sie in Grabesstille halsumschlungen fest und verharren ziehend, begrenzend, blockierend in ihrem BemĂŒhen, alles vernichtend zurĂŒck ins dunkle Nichts zu ziehen.

Todesangst als Ursprung oder Ende?

Doch Angst ist mehr als nur Zerstörung. Sie ist die uralte Kraft, geboren aus Chaos und Stille, aus Finsternis und Feuer. Sie kennt Anfang und Ende. Eine Stimme, die ruft, wenn der Boden unter den FĂŒĂŸen moorĂ€hnlich nachzugeben scheint, die Luft nach faulem Schwefel schmeckt und Schatten der Umgebung unertrĂ€glicher werden.

In ihren Armen hĂ€lt sie das innere Kind, ein Herz in menschlicher Gestalt. Ihr fester Griff verschließt dessen Mund, lassen weder Worte noch Atem hinaus. Angst lĂ€sst Stimmen stumm werden. Stimmen, die ihre Wahrheit sprechen möchten. Angst hĂ€lt das Leben fest und fern, damit es nicht stirbt – und erstickt doch genau dadurch im selben Atemzug alles. HĂ€lt sie das Kind aus Liebe oder weil sie nicht loslassen kann?

Mit der anderen Hand schlĂ€gt sie blindlings um sich – trifft das am Wegesrand entstehende Leben in Form der Schwertlilie oder Iris genannt, schneidet sie ab. Zerstört, was leben möchte. Die BlĂŒte fĂ€llt, doch was die Angst nicht sieht: die tiefe Wurzel im Erdreich bleibt unzerstörbar bestehen.

Das tiefe Leben kann neu entstehen.

ÁndviĂ°r ist nicht nur Schatten, Sturm und Wunde. Sie kann auch Feuer sein in dunkler Nacht. Ein uraltes Wissen, das die Wege kennt, die wir nicht gehen wollen. An den Schwellen, wo sich Leben und VerdrĂ€ngung kreuzen, zeigt sie uns TĂŒren, vor denen wir schon lange wissend zittern.
Wenn der Sturm sich legt, der LĂ€rm allmĂ€hlich nachlĂ€sst, ist die Zeit gekommen, sie wahrhaft zu befragen. Dann ist nun endlich der Zeitpunkt gekommen, ihre Stimme zu hören und ihren Worten zu lauschen, die bislang ĂŒbertönt wurden von Geschrei und Getose. Jetzt entdecken wir vielleicht, was sie uns eigentlich mitteilen möchte und welche Botschaft tatsĂ€chlich darin fĂŒr uns verborgen war oder ist.

Die Angst gehört zu mir. Doch ich bin nicht nur die Angst.

Frau Schönrednerin

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Rabenvogel

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Der Narr

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In KĂŒrze mehr

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